Neufassung „März 2018“ der TRBS 1111

Wegen der Zusammenfassung von Werkzeugen, Geräten, Maschinen oder Anlagen, die für die Arbeit verwendet werden, sowie der überwachungsbedürftigen Anlagen unter dem Begriff „Arbeitsmittel“ und der Verpflichtung für die Verwendung von Arbeitsmitteln eine Gefährdungsbeurteilung zu erstellen und erforderliche Schutzmaßnahmen festzulegen, konnten die Aussagen zur „sicherheitstechnischen Bewertung“ in der TRBS 1111 entfallen.

Andererseits wurden in der BetrSichV einige Aspekte neu in den Fokus gerückt, die bei der Gefährdungsbeurteilung ausdrücklich zu berücksichtigen sind:

  • Gebrauchstauglichkeit von Arbeitsmitteln, einschließlich ergonomischer, alters- und alternsgerechter Gestaltung,
  • sicherheitsrelevante (auch ergonomische) Zusammenhänge zwischen Arbeitsplatz, Arbeitsmittel, Arbeitsverfahren, Arbeitsorganisation, Arbeitsablauf, Arbeitszeit und Arbeitsaufgabe,
  • physische und psychische Belastungen bei der Verwendung von Arbeitsmitteln und
  • vorhersehbare Betriebsstörungen und Notfallsituationen.

Der Abschnitt über die Verantwortung für die Durchführung der Gefährdungsbeurteilung wird in der TRBS 1111 deutlich weiter ausgeführt als im Vorläuferdokument. Zur Beschaffung von Arbeitsmitteln wird auf die gleichnamige EmpfBS 1113 (noch: BekBS 1113) verwiesen.

Bevor auf die Durchführung der Gefährdungsbeurteilung eingegangen wird, werden „Grundsätze zur Vorgehensweise“ vorgestellt, u. a.:

  • Die Gefährdungsbeurteilung soll die voraussehbaren Tätigkeiten in allen Phasen der Verwendung der Arbeitsmittel berücksichtigen (z. B. Montage/Installation, Bedienen, Einstellen usw. bis zur Außerbetriebnahme/Demontage oder auch Abtransport und Aufbewahrung).
  • Vor der erstmaligen Verwendung eines Arbeitsmittel muss die Wirksamkeit der Schutzmaßnahmen überprüft werden, sofern nicht entsprechende Prüfungen nach §§ 14 oder 15 sowieso erfolgt sind.
  • Art und Umfang erforderlicher Prüfungen und Fristen der wiederkehrenden Prüfungen sind im Rahmen der Gefährdungsbeurteilung zu ermitteln (Dies wird weiter ausgeführt in Abschnitt 4.6 der TRBS 1111).

Neu sind Abschnitte zu Gebrauchstauglichkeit, alters- und alternsgerechter Gestaltung, ergonomischen Zusammenhängen, physischer und psychischer Belastung (hierbei wird auf die Dokumente der gemeinsamen deutschen Arbeitsschutzstrategie (GDA) verwiesen) sowie zur Einbeziehung vorhersehbarer Betriebsstörungen. 

Das Ablaufschema zu den Prozessen bei der Durchführung der Gefährdungsbeurteilung ist zu Beginn um eine Entscheidungsraute zur „Beschaffung von Arbeitsmitteln“ (Verweis auf EmpfBS 1113) und eine weitere zur „Anwendung der vereinfachten Vorgehensweise nach § 7 BetrSichV“ erweitert worden. 

Der Abschnitt zur Durchführung der Gefährdungsbeurteilung ist im Wesentlichen unverändert, allerdings werden die einzelnen Elemente konkreter, mit mehr Beispielen dargestellt als in der vorherigen Fassung. Neu sind die Erläuterungen zu selbst hergestellten Arbeitsmitteln im Abschnitt „Informationsbeschaffung“. 

Ebenfalls neu ist der Abschnitt 5.2.3, der auf die vereinfachte Vorgehensweise nach § 7 BetrSichV eingeht: 

Bei

  • typischerweise neuen Arbeitsmitteln,
  • die bestimmungsgemäß verwendet werden,
  • bei denen keine „zusätzlichen Gefährdungen“ auftreten und
  • für die Instandhaltungsmaßnahmen und Prüfungen festgelegt und dokumentiert sind,

können Vereinfachungen bei der Dokumentation erfolgen. Die vereinfachte Vorgehensweise ist nicht zulässig für überwachungsbedürftige Anlagen und Arbeitsmittel nach Anhang 3 BetrSichV. 

„Empfehlungen zur Berücksichtigung der psychischen Belastung in der Gefährdungs­beurteilung“ sind in einen Anhang ausgegliedert.


Downloads und Links

TRBS 1111

Technische Regeln für Betriebssicherheit - TRBS 1111 - Ausgabe März 2018
TRBS 1111 - PDF Download (BAuA)