Newsletter 01 / 2018

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Dyrba und Kollegen Newsletter 01/2018

 

 

1. Präsenzphasen des Ausbildungszyklus 11/2017 zum „Fachberater Explosionsschutz – FBEx®“ erfolgreich abgeschlossen

Ein sehr erfolgreicher Zyklus neigt sich dem Ende zu. Alle Teilnehmer haben bereits ihre Abschlussprüfung mit sehr guten und guten Ergebnissen abgeschlossen.

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2. Nächster Ausbildungszyklus 6/2018 zum „Fachberater Explosionsschutz – FBEx®“ startet am 11.06.2018

Anmeldungen zum Ausbildungszyklus 6/2018 zum „Fachberater Explosionsschutz – FBEx®“ sind noch möglich


3. Hinweise zum Einsatz von Smartphones und Tablet-PC‘s in explosionsgefährdeten Bereichen

Wer ein Smartphone oder ein Tablet PC erwirbt, sollte Geräte auswählen, die von einem Hersteller in explosionsgeschützer Bauweise entworfen und hergestellt worden sind und nicht als Umbau eines nicht explosionsgeschützten Gerätes. Im Zweifel sollte der Hersteller oder der Händler hinsichtlich der nach EN 60079‐11:2012 durchgeführten Prüfungen befragt werden.

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4. Darf man Smartphones an Tankstellen verwenden

In der Vergangenheit hatten einige größere Mineralölgesellschaften nach dem ersten Aufkommen von Handys in Deutschland ein Nutzungsverbot für Mobiltelefone im Bereich der Zapfsäulen ausgesprochen. Inzwischen gibt es dazu einen Forschungsbericht 786 der DGMK „Sicherheitstechnische Untersuchung der Zündgefahren beim Einsatz von Mobiltelefonen an Tankstellen“. Dieser bestätigt, dass im Bereich der von den Tankkunden benutzten Flächen „keine besondere […] Zündgefahr durch Mobiltelefone“ besteht, soweit es sich um handelsübliche Smartphones handelt. Zu beachten ist, dass die DGMK/PTB‐Studie allein eine Risikobewertung für handelsübliche Mobiltelefone („Smartphones“) durchgeführt hat, mit denen künftig evtl. Bezahlfunktionen direkt an der Zapfsäule ausgeführt werden können. Aussagen zu explosionsgeschützten Geräten oder anderen im Bereich der Zapfsäulen möglicherweise einsetzbarer elektronischer Geräte (z. B. Tablets und Laptops) enthält die Studie nicht.


5. Hinweise für die Durchführung der Erlaubnisverfahren nach §18 BetrSichV

Am 30.10.2017 erschien die LV 49 "Erläuterung und Hinweis für die Durchführung der Erlaubnisverfahren nach § 18 der Betriebssicherheitsverordnung". Sie enthält in den Anhängen 8 und 9 die aktualisierten Inhalte aus LV 44 und LV 47, die zurückgezogen wurden.

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6. VDSI Tagung

Die VDSI Gruppe Oberrhein bildet sich bei der „Dyrba & Kollegen Explosionsschutz GmbH“ fort.

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7. E– Learning – Module auf Englisch

Der neue E-Learning-Kurs „Ex-Schutz kompakt“ besteht aus vier Modulen mit einer jeweiligen Lernzeit von ca. jeweils 45 Minuten und ist nun auch in Englisch erschienen.

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3. Hinweise zum Einsatz von Smartphones und Tablet-PC‘s in, explosionsgefährdeten Bereichen

In der Industrie gibt es einen hohen Bedarf mobile elektronische Geräte wie Smartphones und Tablet PC in explosionsgefährdeten Bereichen einzusetzen, auch in solchen Bereichen in denen gelegentlich gefährliche explosionsfähige Atmosphäre auftritt (Zone 1 oder Zone 21). In solchen Bereiche sind entsprechend der Richtlinie, 1 9 . 99/92/EU Geräte der Kategorie 2 im Sinne der Richtlinie 2014/34/EU
(„ATEX‐Richtlinie“) einzusetzen.

 
Welche Anforderungen sind zu erfüllen?
 
Die Geräte fallen in den Anwendungsbereich der Elften Verordnung zum Produktsicherheitsgesetz (Explosionsschutzprodukteverordnung ‐ 11. ProdSV). Nach § 5 Abs. 1 der 11. ProdSV muss der Hersteller sicherstellen, dass Produkte im Sinne von § 1 der 11. ProdSV nach den wesentlichen Gesundheits‐ und Sicherheitsanforderungen nach Anhang II der Richtlinie 2014/34/EU („ATEX‐Richtlinie“) entworfen und hergestellt wurden, wenn er sie in den Verkehr bringt oder für eigene Zwecke erstmals verwendet.
Geräte der Kategorie 2 im Sinne der ATEX‐Richtlinie müssen so beschaffen sein, dass auch im Fehlerfall keine wirksame Zündquelle auftreten kann. Der Hersteller muss dabei sicherstellen, dass die Sicherheits‐und Gesundheitsschutzanforderungen des Anhangs II der ATEX‐Richtlinie eingehalten werden.
Dazu kann er harmonisierte Normen anwenden, weil über deren Vermutungswirkung der erforderliche Nachweis erbracht wird. Nach Ziffer 2.1.1.2. des Anhangs II der ATEX‐Richtlinie ist für Geräte, deren Oberflächen sich erwärmen können, sicherzustellen, dass die angegebenen höchsten Oberflächentemperaturen auch im ungünstigsten (Fehler‐)Fall nicht überschritten werden. Nach Ziffer 2.1.2.1. sind die Geräte so zu konstruieren und herzustellen, dass eine Entzündung von Staub/Luft‐Gemischen selbst bei selten auftretenden Gerätestörungen vermieden wird. Die ATEX‐Richtlinie sieht für elektrische Geräte der Kategorie 2 zudem vor, dass eine notifizierte Prüfstelle das Produkt prüfen muss. Üblich ist dabei, dass für das Produkt eine EU‐Baumusterprüfbescheinigung erstellt wird. Daneben benötigt der Hersteller noch eine Überwachung der Qualitätssicherung durch eine notifizierte Prüfstelle. Mit der EU‐Baumusterprüfbescheinigung und der Qualitätsüberwachung liegen die Voraussetzungen für das Bereitstellen auf dem Markt vor. Der Hersteller stellt für das Produkt eine EU‐Konformitätserklärung aus, erstellt die Betriebsanleitung und bringt die Kennzeichnung am Gerät an. Hinter dem CE‐Kennzeichen hat die Nummer der notifzierten Prüfstelle zu stehen, welche die Qualitätsüberwachung durchführt.
 
Wie kann der Hersteller die Einhaltung der Anforderungen nachweisen
 
Smartphones und Tablet PC werden üblicherweise als Geräte der Kategorie 2 in der Zündschutzart
Eigensicherheit angeboten. Geräte der Zündschutzart Eigensicherheit müssen den Anforderungen der Normen EN 60079‐0 (allgemeine Anforderungen) und EN 60079‐11 genügen und die Anforderungen der 11. ProdSV „Explosionsschutzprodukte“ erfüllen. Durch die Anwendung der harmonisierten Norm kann der Hersteller die Übereinstimmung mit den Anforderungen des Anhangs II der Richtlinie 2014/34/EU nachweisen. Als Temperaturklasse wird meist T 4 aber auch T 6 angegeben.
 
Welche Probleme treten am Markt auf?
 
In einigen Fällen wurde durch die Marktüberwachung festgestellt, dass die Hersteller zwar ihre Geräte als eigensichere Geräte kennzeichnen, jedoch nicht alle Anforderungen der Norm erfüllen. Zwar darf ein Hersteller von einer Norm abweichen, die Konsequenz einer Nichtbeachtung harmonisierter Normen ist jedoch, dass der Hersteller die Anforderungen für sein Produkt nach § 3 ProdSG durch die Anwendung anderer Mittel erfüllt. Dies ist in den untersuchten Fällen nicht geschehen. Im Gegenteil wird in der EG – Baumusterprüfbescheinigung seitens der notifizierten Prüfstellen bestätigt, dass die untersuchten Modelle die Einhaltung der Anforderungen des Anhangs II der Richtlinie 2014/34/EU durch Anwendung der zu dieser Richtlinie harmonisierten Norm EN 60079‐11.2012 gewährleisten.
Die nach der EN 60079‐11:2012 erforderlichen Maßnahmen und Prüfungen, insbesondere die Kurzschlussprüfung, werden dabei oft nicht vollständig angewandt. Nach Nr. 7.4.1 und 7.4.2 Abschnitt 2 der EN 60079‐11:2012 besteht das Risiko einer Explosion im Falle eines Kurzschlusses oder aufgrund von Rück‐Ladeströmen. Die EN 60079‐11.2012 verlangt für die Batterie eine Untersuchung nach Abschnitt 10.5.3. Für Geräte der Kategorie 2 (Schutzniveau „ib”) muss die Festlegung der maximalen Oberflächentemperatur im Falle eines internen Kurzschlusses (in der Prüfung simuliert durch den externen Kurzschluss ohne innerhalb der Zelle befindliche Strombegrenzungseinrichtungen) erfolgen.
Dieser Test ist immer erforderlich, wenn eine Batterie in einem eigensicheren Gerät eingesetzt wird
und ist auch dann durchzuführen, wenn die Isolierabstände nach Nr. 6.3.2 der EN 60079‐11:2012 eingehalten sind. Der Test ist notwendig, um nachzuweisen, dass die Zellen oder die Batterie im Falle
eines inneren Kurzschlusses keine wirksamen Zündquellen darstellen. Im Zuge einer orientierenden Prüfung durch die Marktüberwachung wurde ein Li‐Ionen Akku eines mit T 6 gekennzeichneten Gerätes untersucht. Dabei ist beim Kurzschlussversuch eine Temperatur von 560° C aufgetreten. Das ist weit höher als die nach Temperaturklasse T 6 zulässigen 85 ° C. Die Marktüberwachungsbehörden sind bereits tätig.
 

5. Hinweise für die Durchführung der Erlaubnisverfahren nach §18 BetrSichV

Die Betriebssicherheitsverordnung (BetrSichV) nennt in § 18 Abs. 1 Anlagen, die der Erlaubnispflicht unterliegen. Ziel des Erlaubnisverfahrens ist es, dass diese Anlagen entsprechend den Anforderungen der BetrSichV errichtet und betrieben werden. Zudem erhält der Arbeitgeber mit einer Erlaubnis Rechtssicherheit über den zulässigen Betrieb. Im Erlaubnisverfahren wird bereits vor der Errichtung dieser Anlagen sowie vor der Durchführung von erlaubnisbedürftigen Änderungen an diesen Anlagen in einem Verwaltungsverfahren festgestellt, dass die vorgesehene Aufstellung, Bauart und Betriebsweise den sicherheitstechnischen Anforderungen der BetrSichV entsprechen sowie die vorgesehenen sicherheitstechnischen Maßnahmen für den sicheren Betrieb geeignet sind. Im Rahmen des Erlaubnisverfahrens ist ein Prüfbericht einer ZÜS erforderlich, mit dem bestätigt wird, dass die Anlage sicher betrieben werden kann. Dazu müssen die zur Prüfung vorgelegten Unterlagen die dafür notwendigen Maßnahmen beschreiben (vgl. dazu auch den Hinweis auf den EK ZÜS-Beschluss BE 008 im Beitrag „Prüfungen Ex-Anlagen“ in dieser Ausgabe). Dadurch können auch Planungsfehler verhindert werden, deren Auswirkungen sonst nur mit erheblichem Aufwand zu beseitigen wären. 


Im Erlaubnisverfahren kann somit frühzeitig auf die sicherheitstechnische Ausgestaltung einer überwachungsbedürftigen Anlage Einfluss genommen und bei Erfordernis entsprechende Maßgaben in die Erlaubnis aufgenommen werden. 


In der LV 49 werden der Ablauf des Erlaubnisverfahrens gemäß § 18 BetrSichV allgemein beschrieben und Hinweise für die erforderlichen Unterlagen in den Anhängen 1 bis 7 dieser Veröffentlichung gegeben. Weiterhin sind in Anhang 8 und 9 Hinweise zu wasserlöslichen entzündbaren Flüssigkeiten und zu ethanolhaltigen Kraftstoffen enthalten, die ergänzend im Erlaubnisverfahren zu beachten sind. Darüber hinaus sind weitere Bundes- oder Landesvorschriften zu beachten, die in der LV 49 nicht berücksichtigt werden. 


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